Das neue NoweCAD Update im Praxis-Check
Die digitale Anfertigung von Orthesen entwickelt sich rasant weiter. Während die Modellierung klassischer, starrer Schalen in modernen Orthopädiewerkstätten längst zum Alltag gehört, stellte die digitale Konstruktion dynamischer Orthesen Technikerinnen und Techniker bisher oft vor zeitintensive Herausforderungen. Die exakte Ausrichtung von Gelenken, das manuelle Duplizieren von Schnittlinien für Positivmodelle und ungewollte Druckstellen an steifen Orthesenrändern erforderten ein hohes Maß an Nachbearbeitung.
Mit dem neuesten Software-Update für NoweCAD steht Mitgliedern von NOWECOR ab sofort ein durchgängiger, geführter Workflow zur Verfügung, der genau an diesen Praxis-Schmerzpunkten ansetzt. Das Update führt drei zentrale Kernfunktionen zusammen: fertige Gelenkbaugruppen namhafter Hersteller, eine intelligente Offsetfunktion sowie variable Wandstärken für dünner auslaufende Ränder.
1. Integrierte Gelenkbaugruppen: In fünf Schritten zur passgenauen Mechanik
Ein zentraler Meilenstein des Updates ist die direkte Integration von fertigen Gelenkbaugruppen in die Softwareoberfläche. Anstatt Gelenke aufwendig virtuell zu improvisieren oder manuell anzupassen, greift die Software auf eine stetig wachsende Bibliothek bekannter Gelenkhersteller zurück.
Der digitale Integrationsprozess folgt einem strukturierten, geführten Workflow, der Fehlerquellen minimiert und den gesamten Ablauf nachvollziehbar macht:
- Positivmodell vorbereiten: Als Ausgangspunkt dient das fertig bearbeitete, patientenindividuelle Positivmodell.
- Gelenkachse präzise ausrichten: Die Software positioniert zunächst automatisch eine Drehachse im Modell vor. Auf Basis der individuellen Patientendaten passt der Techniker diese Achse millimetergenau an – etwa durch die Exaktausrichtung von Parametern wie dem Abstand zwischen dem Zentrum der plantaren Ferse und der lateralen Achse.
- Hersteller und Gelenkmodell auswählen: Über ein übersichtliches Dropdown-Menü wird die passende Marke und das gewünschte Gelenkmodell direkt aus der Softwarebibliothek importiert.
- Gelenke am Patientenmodell positionieren: Die importierte Baugruppe wird an der zuvor definierten Gelenkachse ausgerichtet und feineingestellt.
- Baugruppen mit den Orthesenschalen verbinden: Die vollständig vorbereiteten Baugruppen lassen sich im letzten Schritt direkt mit den konstruierten Orthesenschalen verschmelzen und fest in das digitale Modell einbinden.
2. Neue Offsetfunktion: Eine Schnittlinie für zwei Arbeitsschritte
Bisher bedeutete der digitale Aufbau auf dem Positivmodell doppelte Zeichenarbeit: Zuerst musste der Bereich definiert werden, der auf dem Positiv aufgebaut wird, und anschließend die Kontur der eigentlichen Orthesenschale.
Die neue Offsetfunktion verknüpft die Bearbeitung des Positivmodells und die Erstellung der Orthese unmittelbar miteinander.
Anstatt zwei getrennte Konstruktionsschritte zu durchlaufen, reduziert die Offsetfunktion den Aufwand spürbar und sorgt für eine nahtlose Abstimmung zwischen Positivform und Schale.
Der Ablauf im Überblick
- Einheitliche Konturierung: Der Techniker legt über eine einzige Schnittlinie den gewünschten Bearbeitungsbereich fest.
- Doppelte Nutzung: Die Software nutzt diese exakte Begrenzung parallel für zwei Schritte: den gezielten Materialauftrag auf dem Positivmodell und die direkte Generierung der zugehörigen Orthese.
- Verringerte Fehleranfälligkeit: Da das erneute Einzeichnen oder Übertragen von Begrenzungen entfällt, bleibt der Ablauf übersichtlich und frei von Übertragungsfehlern.
3. Variable Wandstärken: Gezielte Flexibilität an den Rändern
Ein wiederkehrendes Thema bei der Anpassung von Orthesen ist der Tragekomfort an den Materialgrenzen. Sind die Ränder einer Orthese ebenso stark konstruiert wie die hochbelasteten Funktionsbereiche der Schale, kann es beim Gehen zu Druckstellen oder unangenehmen Einschneidungen kommen. Mit der erweiterten Funktion für variable Wandstärken ermöglicht NoweCAD die gezielte Reduzierung der Materialstärke im Randbereich:
Vorteile
- Unabhängige Randbearbeitung: Während der Kern der Schale die erforderliche Stabilität und Wandstärke behält, lassen sich die Ränder unabhängig davon dünner gestalten.
- Fließende Übergänge: Die Ränder laufen im digitalen Modell dünner aus, wodurch das Material in diesen Zonen an Steifigkeit verliert und flexibler auf Bewegung reagiert.
- Erhöhter Tragekomfort: Ein geschmeidiger Randbereich verhindert harte Kanten am Patientenbein, verbessert die Ergonomie und erhöht die Akzeptanz beim Träger deutlich.
Fazit: Mehr Gestaltungsfreiheit für Ihre Orthesenversorgung
Das aktuelle Software-Update für NoweCAD bringt spürbaren Rückenwind für die digitale Orthopädietechnik. Durch die Kombination aus vorgefertigten Gelenkbaugruppen, der effizienten Offsetfunktion und variablen Wandstärken wird die Konstruktion dynamischer Orthesen von einem zeitintensiven Spezialfall zu einem durchgängigen, verlässlichen, digitalen Prozess.
Nächste Schritte für Ihre Werkstatt
- Tutorials & Webinare: Nutzen Sie die Schulungsvideos und Tutorials im NOWECOR-Mitgliederbereich, um die neuen Funktionen direkt kennenzulernen.
- Schulung buchen: Vereinbaren Sie einen Termin für eine individuelle NoweCAD-Schulung, um Ihr Team fit für den neuen Workflow zu machen.
- Software herunterladen: Laden Sie das neueste Update über das Mitgliederportal herunter und testen Sie die neuen Workflows an Ihren eigenen Projekten.
- Feedback geben: Ihre Praxiserfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein – teilen Sie Ihre Wünsche und Ideen mit dem Entwicklerteam.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI-gestützten Werkzeugen erstellt. Alle Inhalte wurden durch die Fachverantwortlichen der NOWECOR fachlich geprüft, überarbeitet und freigegeben.